W1 Integrative Bindungsorientierte Traumatherapie I.B.T.® für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Behandlung früher (vorsprachlicher) Traumata, Katrin Boger

Frühen, ggf vorsprachlichen Traumata therapeutisch zu begegnen, ist für viele Menschen unvorstellbar, da diese meist nicht bewusst kognitiv abrufbar sind. Eine klassische Gesprächstherapie scheint aus diesem Grund nur schwer möglich. Die frühen Erinnerungen sind jedoch weiter im Vorbewussten und Körpergedächtnis gespeichert und beeinflussen hier heraus unsere Wahrnehmung, unsere Bewertung von Ereignissen und unser Handeln.
Die Integrative Bindungsorientierte Traumatherapie I.B.T.® stellt eine Möglichkeit dar, auch ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Verarbeitung früher (vorsprachlicher) Traumata zu unterstützen.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Katrin Boger
- Kinder- und Jugendpsychotherapeutin
- Traumatherapeutin
- Dipl. Pädagogin
- Supervisorin
- Leitung WZPP - Weiterbildungszentrum für Pädagogik und Psychologie
- Autorin
- Eigene Praxis in Aalen
W2 Wenn das Zuhause belastet – Häusliche Gewalt, Kinderschutz und betroffene Elternteile im Blick, Susanne Ullrich

Der Workshop verbindet fachlichen Input mit kollegialem Austausch und interaktiver Zusammenarbeit. Ein Schwerpunkt ist die gemeinsame Erarbeitung von Kriterien, die eine (erste) fachlich fundierte Einschätzung von Gewaltdynamiken und Kindeswohlgefährdungsaspekten ermöglichen und als Grundlage für eine praxistaugliche Checkliste in unterschiedlichen Arbeitsfeldern dienen. Im Fokus stehen der betroffene Elternteil ebenso wie Kinder und Jugendliche, die häusliche Gewalt im Elternhaus miterleben und dadurch in ihrer Sicherheit, Entwicklung und Schutzbedürftigkeit erheblich belastet sein können. Der Workshop legt den Schwerpunkt auf kinderschutzbezogene Wahrnehmung, Einschätzung und Handlungssicherheit im Fachalltag.
Susanne Ullrich
- Soziale Arbeit (B.A.)
- Traumapädagogin / Traumafachberaterin
- I.B.T. – Integrative Bindungsorientierte Traumafachberaterin
- EMDR
- Opferberaterin und Psychosoziale Prozessbegleiterin
- Insoweit erfahrene Fachkraft
- Fachberaterin für Gewalt- und Sexualstraftaten
- Gesamtleitung der Opferhilfe Land Brandenburg e.V.
W3 Heidelberger Marschak-Interaktionsmethode - Eltern-Kind-Interaktionen strukturiert und ressourcenorientiert beobachten, Markus Schulte-Hötzel

Interaktionen haben einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern. Sie genauer beim Spielen und
Kommunizieren zu beobachten, ist hilfreich für die Planung pädagogischer und therapeutischer Interventionen, für die Elternberatung und bei gutachterlichen Fragestellungen.
Die Heidelberger Marschak-Interaktionsmethode (H-MIM) ermöglicht mit ihren alltagsnahen Aufgaben eine effektive Beobachtung der Kind-Bezugsperson-Beziehung. Dabei werden diagnostisch relevante Verhaltensweisen durch spezifische Aufgaben (für Kleinkinder, Kindergartenkinder, Schulkinder bzw. Jugendliche) evoziert.
Dieses Vorgehen erlaubt der UntersucherIn einen ganzheitlichen Eindruck.
Die Durchführung der H-MIM ist sowohl für die Kinder als auch für deren Bezugspersonen stressarm und abwechslungsreich.
Lernen Sie in diesem Workshop die H-MIM und ihre Anwendungsmöglichkeiten kennen.
Markus Schulte-Hötzel
- Lehr-Logopäde
- Individualpsychologischer Berater
- Theraplay Lehrtherapeut / Supervisor
- Ko-Autor der H-MIM
- Eigene Praxis in Aurich
W4 Traumasensibel begleiten – Herausforderungen in Schule und Alltag bewältigen, André Löwen / Emmelina Löwen

Traumatisierte Kinder stellen Bezugspersonen oft vor große Herausforderungen – in der Familie ebenso wie in pädagogischen Einrichtungen.
Der Workshop verbindet fundierte Kenntnisse zu Bindung, Nervensystem und Trauma mit Erfahrungen aus (Pflege-)Familie, Therapie und Schule. Im Zentrum steht die Frage, wie herausforderndes Verhalten als Ausdruck innerer Not sowie als Bindungs- und Überlebensstrategie verstanden werden kann.
Neben aktuellen Erkenntnissen zum Traumaerleben und Gehirnentwicklung werden konkrete Impulse aus der Integrativen Bindungsorientierten Traumatherapie (I.B.T.®) für den Alltag mit Kindern, Familien und pädagogische Kontexte aufgezeigt.
Anhand von Fallbeispielen lernen Sie zudem ein Modell des pädagogischen Fallverstehens kennen, um Verhalten differenzierter einzuordnen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, wie vorbeugend zu handeln, feinfühlig Grenzen zu setzen und korrigierende Beziehungserfahrungen zu bieten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem eigenen Erleben von Bezugspersonen sowie der Bedeutung professioneller
Selbstreflexion.
André Löwen, MSc, BA
- Psychologe
- Sozialpädagoge
- Gesundheits- und Krankenpfleger, ambulante Kinderintensivpflege
- Traumafachberater (DeGPT)
- Traumatherapeut (I.B.T.®)
Emmelina Löwen
- Lehrerin
- Dipl. Musikpädagogin
- Traumapädagogin (DeGPT)
- Traumafachberaterin (DeGPT),
- Sonderpädagogin, Bossardschule Schweiz
Eigene Praxis in Unterägeri, Schweiz
W5 Schützen, zur Verfügung stehen und Kindern eine Stimme geben, Justinus Jacobs

Heilpädagogik für frühtraumatisierte Kinder in stationären Settings der Jugendhilfe
Nach frühen traumatischen Erfahrungen zeigen Kinder oft irritierende Verhaltensweisen. Grundbedürfnisse sind nicht mehr einfach zugänglich. Ihr Ausdruck ist von einem Bewältigungsmuster bestimmt, den D. Weinberg als „Täuschung“ bezeichnet hat. Auch professionelle Bezugspersonen sind oft überfordert, angemessen und hilfreich darauf zu reagieren.
In einem interaktiven Workshop soll erlebbar werden, wie Kinder nach frühen traumatischen Erfahrungen in der Familie in einer Therapeutischen Übergangshilfe der stationären Jugendhilfe Schutz und Entlastung erfahren.
Wie Fachkräfte heilpädagogische Angebote für eine erste Bearbeitung machen und immer mehr „Detektive“ (M. Blaustein) für das werden, was diese Kinder durch (ver)störend ängstliches, wütendes, über angepasstes und ergebenes Verhalten von dem „erzählen“, was sie erlebt haben und was sie jetzt eigentlich brauchen. Wie wieder Beruhigung, Freude und Hoffnung möglich werden, wenn diese Kinder sich gesehen, verstanden und angenommen fühlen. Und wie Fachkräfte für sie neue und tragfähige Lebensperspektiven entwickeln können, wenn sie sich von ihnen ihre innere Welt zeigen lassen.
Ein Einblick in diagnostische und heilpädagogische Praxis für frühtraumatisierte Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren im Caritas-Kinder- und Jugendheim Rheine.
Justinus Jakobs
- Dipl. Theologe
- Psychotherapeut (HP), Systemischer Familientherapeut
- Traumaorientierter Körpertherapeut (Somatic Experiencing, PBSP)
- Seit über 20 Jahren im Caritas-Kinder- und Jugendheim Rheine tätig
- Eigene Praxis in Münster; Schwerpunkt Traumatherapie sowie Diagnostik und Beratung von Kindern, Jugendlichen und Familien
W6 Funktionelle Hirnentwicklung und die Entstehung von Vulnerabilität und Resilienz: Gene, Umwelt oder Beides? Prof. Dr. Jörg Bock

Die Frage „Was ist angeboren und was ist erworben?“ impliziert, dass sich manche Merkmale eines Individuums durch seine genetische Veranlagung erklären lassen, während andere Merkmale das Ergebnis von Anpassungsprozessen auf Umwelteinflüsse sind. Allerdings wird die funktionelle Entwicklung eines Individuums durch ein komplexes Zusammenspiel von genetisch festgelegten Prozessen mit verschiedensten Umwelteinflüssen gesteuert. Dies gilt insbesondere auch für die funktionelle Entwicklung von Gehirn und Verhalten.
Negative Kindheitserfahrungen können neuronale Entwicklungsprozesse stören und sind somit ein Risikofaktor für die Entstehung psychischer Erkrankungen wie Depression oder ADHS. Hingegen kann die erfolgreiche Bewältigung früher Negativerfahrungen aber auch zu angepassten Veränderungen führen, die die Entwicklung psychischer Gesundheit fördern.
Im Workshop werden Grundprinzipien der funktionellen Entwicklung diskutiert und die Bedeutung der Epigenetik an diesen Prozessen erläutert. Zudem werden mögliche Pufferfaktoren gegenüber negativen Kindheitserfahrungen diskutiert.
apl. Prof. Dr. rer. nat. Jörg Bock
- Neurobiologe
- Apl. Professor für Zoologie/Neurobiologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
- Leiter der AG “ Epigenetik und Strukturelle Plastizität”
W7 Vom Kind ausgehen - Verhaltensbeobachtung als Grundlage für Entscheidungen bei möglicher Kindeswohlgefährdung, Dr. Mauri Fries

Nach wie vor bestehen für die Fachkräfte in der Jugendhilfe und deren Kooperationspartner Verunsicherungen in der Einschätzung einer möglichen Kindeswohlgefährdung insbesondere im Alter von 0-3 Jahren. Häufig richten die Fachkräfte dabei ihre Aufmerksamkeit auf das Verhalten der Eltern und bewerten dieses. Dadurch entstehen Risiken, Babys und Kleinkinder in ihren tatsächlichen Befindlichkeiten und Bedürfnissen zu übersehen.
Eine fachlich fundierte Verhaltensbeobachtung des Kindes im Kontakt mit seinen Eltern erlaubt sicherer einzuschätzen, ob das Kind Bedrohung, emotionale Vernachlässigung oder extremes Chaos im elterlichen Verhalten erlebt hat.
Im Workshop werden wir die Wege von einer konkreten Verhaltensbeobachtung zu einer fachlichen Einschätzung der Situation des Kindes und der Ableitung entsprechender Hilfen an konkreten Fällen praxisnah beschreiben.
Dr. phil. Mauri Fries
- Psychologin
- HP-Psychotherapie
- Systemische Familienberatung und Supervision
- Somatic-Experiencing (SE)® Practioner
- Fort- und Weiterbildung „Frühe Kindheit“
- Gründungsmitglied der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit e.V. (GAIMH)
- Privatpraxis in Leipzig
W8 Kindliches Spiel im Kontext traumatischer Beziehungserfahrungen. Frühe Beeinträchtigungen der Spielfähigkeit und Aufmerksamkeitssteuerung - Entstehungsgeschichte und Interventionsmöglichkeiten, Dr. Nikolaus von Hofacker

Die frühkindliche Spielfähigkeit ist im Rahmen sequenzieller traumatischer Beziehungserfahrungen häufig erheblich beeinträchtigt. Traumaassoziiertes Stresserleben beeinträchtigt darüber hinaus die Reifung der kindlichen Aufmerksamkeitsregulation. Entwicklungstraumastörungen (Bessel van der Kolk 2009) sind nicht selten die Folge. Diese wirken kumulativ über die Zeit, und sind mit einem erhöhten Risiko für ungünstige epigenetische und neurobiologischen Veränderungen verbunden, welche die seelische und körperliches Gesundheit des Kindes bis ins Erwachsenenalter gefährden können.
Interventionen, die auf eine Unterstützung der kindlichen Spielfähigkeit, sowie der gemeinsamen spielerischen Interaktionen von Eltern und Kind abzielen, sind daher von wichtiger präventiver und kurativer Bedeutung.
Dr. med. Nikolaus von Hofacker
- Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde
- Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie
- ae4 Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie in München
Der transgenerationale Einfluss belastender Kindheitserfahrungen auf Hirnentwicklung und Verhalten – Mechanismen und Schutzfaktoren, Prof. Dr. Jörg Bock

Abstract folgt
apl. Prof. Dr. rer. nat. Jörg Bock
- Neurobiologe
- Apl. Professor für Zoologie/Neurobiologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
- Leiter der AG “ Epigenetik und Strukturelle Plastizität”
Emotionale Gewalt – oft übersehen aber folgenschwer: Manifestationsformen und Interventionsansätze, Dr. Nikolaus von Hofacker

Emotionale Gewalt in der frühen Kindheit wird häufig übersehen, weil ihre Manifestationsformen unspezifischer, subtiler, sind als körperliche oder sexuelle Gewalt. Sie tritt in der Regel ständig, im Rahmen täglich wiederkehrender Interaktionen zwischen Eltern und Kind auf, nicht als Einzelereignis. Die Langzeitauswirkungen sind schwerwiegend und potentiell persönlichkeitsverändernd. Umso wichtiger ist es, Hinweise auf emotionale Gewalt frühzeitig zu erkennen, und gezielte Interventionsmöglichkeiten anzubieten.
Dr. med. Nikolaus von Hofacker
- Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde
- Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie
- ae4 Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie in München
Dissoziation als Überlebensstrategie: Frühe Gewalt und ihre Folgen für Beziehungen, Therapie und Justiz, Dr. Jan Gysi

Wenn Kinder Vernachlässigung, körperliche, emotionale oder sexualisierte Gewalt erleiden, brauchen sie Wege, um das Unerträgliche zu überleben. Dissoziation kann in solchen Situationen eine wichtige Überlebensstrategie sein: Gefühle werden abgeschaltet, Erinnerungen abgespalten, der eigene Körper fühlt sich fremd an, oder das Kind funktioniert weiter, obwohl innerlich etwas zerbricht. Was in der Kindheit hilft, Schmerz, Angst, Scham und Ohnmacht zu überstehen, kann im späteren Leben jedoch zu grossen Belastungen führen.
Der Vortrag zeigt, wie Dissoziation nach früher Traumatisierung entsteht und warum sie so häufig missverstanden wird. Im Zentrum stehen typische Folgen wie Depersonalisation, Derealisation, emotionale Überflutung oder Erstarrung, Erinnerungslücken, Scham, innere Aufspaltung, Traumabindung und Schwierigkeiten in nahen Beziehungen. Viele Betroffene wirken später widersprüchlich, distanziert, unbeteiligt oder schwer erreichbar – nicht, weil ihre Not weniger real wäre, sondern weil ihr inneres Überleben genau so organisiert wurde.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Herausforderungen in Therapie, Helfer:innensystemen und vor Gericht. Was bedeutet es, wenn Betroffene nicht distanziert erzählen, ambivalent bleiben, Täter:innen schützen oder Gewalt erst spät benennen? Und wie können Fachpersonen hilfreich reagieren, ohne zu bagatellisieren, zu pathologisieren oder suggestiv zu werden?
Der Vortrag vermittelt ein praxisnahes Verständnis dissoziativer Schutzmechanismen und zeigt Wege auf, wie Betroffene traumasensibel, respektvoll und fachlich sorgfältig begleitet werden können.
Dr. med. Jan Gysi
- Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
- Sollievo.net – Interdisziplinäres Zentrum für Psychische Gesundheit, Bern
- Schwerpunkte: Psychotraumatologie, komplexe Traumafolgestörungen und dissoziative Störungen
- President-elect der European Society for Trauma and Dissociation (ESTD)
- Co-Leiter der AG Dissoziative Störungen der DeGPT
- Autor mehrerer Fachbücher zur Diagnostik von Traumafolgestörungen
Wenn das Zuhause Bedrohung ist: Häusliche Gewalt und frühes Trauma bei 0 bis 3 - Schutz, Intervention und Elternsystem, Susanne Ullrich

Der Workshop verbindet fachlichen Input mit kollegialem Austausch und interaktiver Zusammenarbeit. Ein Schwerpunkt ist die gemeinsame Erarbeitung von Kriterien, die eine (erste) fachlich fundierte Einschätzung von Gewaltdynamiken und Kindeswohlgefährdungsaspekten ermöglichen und als Grundlage für eine praxistaugliche Checkliste in unterschiedlichen Arbeitsfeldern dienen. Im Fokus stehen der betroffene Elternteil ebenso wie Kinder und Jugendliche, die häusliche Gewalt im Elternhaus miterleben und dadurch in ihrer Sicherheit, Entwicklung und Schutzbedürftigkeit erheblich belastet sein können. Der Workshop legt den Schwerpunkt auf kinderschutzbezogene Wahrnehmung, Einschätzung und Handlungssicherheit im Fachalltag.
Susanne Ullrich
- Soziale Arbeit (B.A.)
- Traumapädagogin / Traumafachberaterin
- I.B.T. – Integrative Bindungsorientierte Traumafachberaterin
- EMDR
- Opferberaterin und Psychosoziale Prozessbegleiterin
- Insoweit erfahrene Fachkraft
- Fachberaterin für Gewalt- und Sexualstraftaten
- Gesamtleitung der Opferhilfe Land Brandenburg e.V.
Kindeswohlgefährdung und riskante Beziehungserfahrungen, Dr. Mauri Fries

Der Vortrag befasst sich mit zwei wesentlichen Fragen, um eine frühe insbesondere emotionale Traumatisierung zu vermeiden bzw. die Risiken für die weitere Entwicklung zu reduzieren:
Wie lassen sich aus einer fachlich fundierten Verhaltensbeobachtung eines Babys oder Kleinkindes belastbare Hypothesen über seiner möglicherweise kindeswohlgefährdenden Beziehungserfahrungen und die daraus resultierenden Entwicklungsrisiken ableiten?
Was folgt daraus für die Kooperation mit den Eltern, die Hilfeplanung und für die ggf. zu treffende Entscheidungen über das weitere Aufwachsen des Kindes?
Dr. phil. Mauri Fries
- Psychologin
- HP-Psychotherapie
- Systemische Familienberatung und Supervision
- Somatic-Experiencing (SE)® Practioner
- Fort- und Weiterbildung „Frühe Kindheit“
- Gründungsmitglied der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit e.V. (GAIMH)
- Privatpraxis in Leipzig
Körperkontakt in der Pädagogik - auch bei Kindern mit frühen (sexuellen) Gewalterfahrungen? Dr. Jan Volmer

Kinder mit (sexuellen) Gewalterfahrungen zeigen häufig eine große Ambivalenz hinsichtlich Körperkontakt und Berührungen. Die Angst vor Nähe und der gleichzeitige Wunsch nach Nähe liegen eng beieinander. PädagogInnen reagieren auf diese Ambivalenz auf körperlicher Ebene oft mit einem eher defensiven Kontaktangebot. Wie aber können dann korrigierende Körpererfahrungen ermöglicht werden? Welchen Rahmen braucht die körperbezogene Arbeit, um die Gefahr von Triggerungen zu minimieren?
Dr. phil. Jan Volmer
- Dipl.-Pädagoge
- Systemischer Therapeut und Supervisor
- Traumapädagoge und Traumafachberater
- Selbstständiger Trainer, Supervisor, Paartherapeut, Coach und Autor
- Praxis in Essen
Zusammenfassung der aktuelle Studienlage, Dr. Jan Gysi

Dr. Jan Gysi gibt einen kompakten Überblick über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu frühen Traumatisierungen und deren Bedeutung für Diagnostik, Behandlung und interdisziplinäre Praxis.
Dr. med. Jan Gysi
- Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
- Sollievo.net – Interdisziplinäres Zentrum für Psychische Gesundheit, Bern, Schweiz
- Schwerpunkte: Psychotraumatologie, komplexe Traumafolgestörungen und dissoziative Störungen
- President-elect der European Society for Trauma and Dissociation (ESTD)
- Co-Leiter der AG Dissoziative Störungen der DeGPT
- Autor mehrerer Fachbücher zur Diagnostik von Traumafolgestörungen
Kindliches Spiel im Kontext elterlicher psychischer Erkrankungen: wenig genutzte Ressource für heilende Beziehungserfahrungen, Dr. Nikolaus von Hofacker

In dem Vortrag werden die differentiellen Auswirkungen elterlicher psychischer Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen) auf das Eltern-Kind-Spiel aufgezeigt. Gemeinsames Spiel von Eltern und Kind wird dabei sowohl als Medium der Übertragung möglicher pathogener Interaktions- und Beziehungsmuster als auch als therapeutische Ressource der Heilung traumatischer Erfahrungen verstanden.
Dr. med. Nikolaus von Hofacker
- Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde
- Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie
- ae4 Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie in München
Beziehung, Bindung, Trauma und Gewalt-verstehen, erkennen, handeln, Katrin Boger

Wenn Kinder und Jugendliche durch ihre engsten Bezugspersonen Vernachlässigung, psychische oder körperliche Gewalt erleben, entsteht ein existenzielles Dilemma: Die Person, von der Schutz und Regulation erwartet werden, wird gleichzeitig zur Quelle von Angst und Bedrohung. Da Kinder auf Bindung angewiesen sind, schützen sie häufig nicht sich selbst, sondern die Beziehung zu ihren Bezugspersonen. Sie relativieren Gewalt, übernehmen Schuld, passen sich übermäßig an oder entwickeln Verhaltensweisen, die für Außenstehende widersprüchlich, provozierend oder schwer nachvollziehbar erscheinen.
Der Vortrag zeigt, wie frühe Bindungs- und Gewalterfahrungen die Stressregulation, das Selbstbild, die Beziehungsgestaltung und die Wahrnehmung eigener und fremder Gefühle beeinflussen können. Er soll verdeutlichen, warum Verhaltenskorrektur, vorschnelle Konfrontation oder der Versuch, die Bindung an belastende Bezugspersonen zu brechen, Rückzug und Destabilisierung verstärken können. Ziel ist es, Fachkräften einen differenzierten und zugleich handlungsorientierten Blick zu vermitteln: Symptome und herausfordernde Verhaltensweisen werden nicht vorschnell als Störung oder mangelnde Motivation bewertet, sondern als mögliche Anpassungs- und Überlebensleistungen verstanden. Auf dieser Grundlage können Schutzmaßnahmen, stabilisierende Beziehungen und traumasensible Interventionen gezielter gestaltet werden.
Katrin Boger
- Kinder- und Jugendpsychotherapeutin
- Traumatherapeutin
- Dipl. Pädagogin
- Supervisorin
- Leitung WZPP - Weiterbildungszentrum für Pädagogik und Psychologie
- Autorin
- Eigene Praxis in Aalen